Bolivienprojekt

Seit 2006 gibt es freundschaftlichen und solidarischen Austausch zwischen indigenen Menschen in El Alto, einer Stadt direkt angrenzend an La Paz in Bolivien und verschiedenen Personen und Vereinen Thüringen.

Projektzusammenkunft in Bolivien 2008

Der bolivianische Teil unseres Projektverbundes  nennt sich Qhana Pukara und ist ein Zusammenschluss verschiedener Vereine und Organistationen in El Alto (siehe unten). Mehrere Projekte werden von diesem Netzwek betrieben:

Radio Phaxsi ist ein Internetradio, das politischen und kulturellen Gruppen aus indigenen Basisorganisationen in El Alto die Möglichkeit gibt, ein breiteres Publikum zu erreichen.

Mikrokredite werden zu günstigen Zinssätzen vergeben. Dient das geliehene Geld der Gesundheitsvorsorge, wird die Hälfte des Betrages als Zuschuss gewährt.

Der unkommerzielle andine Juristenverein Katari unterstützt  indigene Gemeinden kostenfrei  in der Vertretung Ihrer Belange.

Eine schöne Dokumentation der Arbeit der Vereinigungen Qhana Pukara und Kurmi wurde erstellt und ist auf den Internetseiten des Radios zu sehen und zu hören.

Die Idee eines indigenen Schul- und Kulturzentrums wird gemeinsam vom deutschen Projektverbund Kurmi und der  bolivianischen Vereinigung Qhana Pukara seit 2006 verfolgt. Im Jahr 2008 erwarb der Dachverband Qhana Pukara mit Hilfe von Spendengeldern ein 3 ha großes Grundstück am Rande von El Alto, wo es errichtert werden kann. Die Idee besteht im wesentlichen aus drei Teilen:

Ein indigener Kindergarten soll für 40 Kinder Platz bieten, während ihre Eltern sich um die Beschaffung des Lebensunterhaltes bemühen. Bisher gibt es in der Großstadt kaum Angebote. So müssen kleine Kinder ihre Eltern an den Arbeitsplatz begleiten, bleiben tagsüber sich selbst überlassen oder werden zu Großeltern aufs Land gegeben.

Eine alternative Schule soll Möglichkeiten bieten, indigene Werte, Kultur, Wissen und Traditionen weiterzugeben. In den staatlichen Schulen wird ein überwiegend eurozentristisch-nordamerika-nisches Weltbild vermittelt.  In den ersten drei Jahren sollen drei Klassen mit jeweils 20 SchülerInnen entstehen.

- Nicht zuletzt soll das Zentrum Raum für die politische und kulturelle Arbeit verschiedener Gruppen in El Alto und als Zentrum des kulturellen und politischen Austausches indigener Kulturen Lateinameri-kas bzw. interkontinental zwischen Bolivien, Europa oder anderen Ländern dienen.

Indigene Kindergärten oder Schulen sind auch in La Paz und in El Alto immer noch ein Neuland. Die Vermittlung indigener Lebensweise und Kultur an ihre Kinder liegt den Menschen dort sehr am Herzen.

Wichtigstes Anliegen unserer gemeinsamen Arbeit ist, dass die Partner auf beiden Seiten des Ozeans auf gleicher Augenhöhe stehen, da 500 Jahre Kolonisation viel Ungleichgewicht und Vorurteile auf beiden Seiten hervorgebracht haben. Deshalb lassen wir uns Zeit, unsere Kulturen kennenzulernen und voneinander zu lernen. Wir entwickeln das Projekt zusammen, tauschen uns aus und beraten uns gegenseitig. Dabei spielen persönliches Kennenlernen und gegenseitige Besuche eine wichtige Rolle.

Bolivien ist das zweitärmste Land Südamerikas und eines der Ärmsten der Welt. 70 % der Be-völkerung sind indigenen Ursprungs. Durch die starke Land-Stadt-Migration der letzten Jahrzehnte entstand neben La Paz die völlig neue Stadt El Alto, welche mittlerweile ca. eine Million Einwohner zählt. Ihre BewohnerInnen sind zur Schaffung und Verbesserung ihrer materielllen Lebensverhältnisse weitgehenst auf Selbstorganisation angewiesen. So entstanden in El Alto fast 500 Nachbar-schaftsvereinigungen, sogenannte ”juntas vecinales”, die zum Beispiel die Versorgung mit Trinkwasser, die Müllentsorgung und den Schulbau in die Hand nahmen.

Wer wir sind

Die bolivianische Seite “Qhana Pukara”:

- der kulturpolitische Verein ”Jakkir Qhana”

- das Menschenrechtskomitee “Yanapt´asinani”

- der andine Juristenverein “Katari”

- der spirituelle Verein ”Qhanahuiri” aus El Alto

-  “Tinku” ein Verein zur Erhaltung indigener Redekultur (passives Mitglied)

- Die Dorfgemeinschaft Cabildo Urinzaya (passives Mitglied)

 

Die deutsche Seite “ Kurmi”:

- KoWa-Kultinativ e.V. Waltershausen

- die Kooperative Haina e.V.

- das BildungsKollektiv, Biko e.V. aus Erfurt

-  Offene Arbeit, Erfurt

Im Herbst 2011 planen wir einen Besuch in El Alto mit einer Gruppe von 7 Jugendlichen und jungen Menschen, um unsere freundschaft lichen Beziehungen zu pflegen und zu erweitern. Ein gemeinsam im Jahr 2008 gekauftes 3,5 ha großes Grundstück für den Schulbau wird von allen Gruppen im Moment landwirtschaftlich genutzt. Ein Baukonzept wird zur Zeit erarbeitet.

Für den Bau der Gebäude benötigen wir, neben noch zu beantragenden Stiftungsgeldern,  weitere Spenden.(Biko e.V. Stichwort: ”Bolivien” Kontonummer.: 100112617 BLZ: 82051000 Sparkasse Mittelthüringen)

Wir sind berechtigt, Spendenbescheinigungen auszustellen.

Kontakt: kurmi-info@gmx.de

Stand April 2011

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